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Unternehmensbeitrag / Interview

«Menschliche Interaktion wird immer wichtig bleiben.»

Von PostFinance · 2015

Trotz der erweiterten Möglichkeiten die Arbeit unabhängig von Orten zu gestalten, soll das Büro als Begegnungszone definiert werden, in der Mitarbeiter persönlich Ideen austauschen und in Kontakt treten können.

Digitalisierung und Hypervernetzung verändern die Arbeitswelt, die virtuelle Kommunikation gewinnt an Bedeutung. Trotz allem braucht es aber auch weiterhin den persönlichen Kontakt, meint Valérie Schelker, Leiterin Arbeitswelt, Human Resources und Facility Management bei PostFinance.

Warum interessiert sich die PostFinance für die Digitalisierung?

Die Digitalisierung stellt einerseits einen Entwicklungsschwerpunkt in der Strategie von PostFinance dar. Andererseits hat die immer stärker zunehmende technologische, soziale und ökonomische Vernetzung weitreichende Auswirkungen auf die Arbeitswelt und damit auch auf die Unternehmen. Diese Entwicklung wollen wir möglichst frühzeitig aufnehmen, um gerade im Personalmanagement die Weichen für die Zukunft zu stellen und kollaborative Instrumente zu entwickeln. Aus diesem Grund gaben wir der Wissensfabrik unter Dr. Joel Cachelin den Auftrag, zum Thema Disruption in der Arbeitswelt eine Studie zu erstellen.

Welche Erkenntnisse konnten Sie gewinnen?

Wir haben erkannt, dass sich Unternehmen wie die Aussenwelt verhalten müssen. Konkret heisst das, dass sich ein Unternehmen mit seinen Human-Ressourcen im gleichen Rhythmus regelmässiger Updates unterziehen muss, wie es bei digitalen Geräten der Fall ist. Dazu müssen sich aber agilere Strukturen entwickeln, damit Unternehmen auf die Veränderungen in der Aussenwelt schneller und flexibler reagieren können.

Wie wird sich denn die Digitalisierung auf die Unternehmen und ihre Mitarbeitenden auswirken?

Auf der einen Seite werden Arbeitsbereiche und Aufgaben durch die digitale Entwicklung wegfallen. Neue Produktionsanlagen, aber auch Software automatisieren Arbeitsprozesse und ersetzen den Menschen. Gleichzeitig entstehen aber auch neue Aufgabenfelder und Berufe. Diese Erkenntnis nehmen wir auf: Für uns ist es heute schon wichtig, zu erahnen, wie sich die Berufsbilder verschieben. Denn bei PostFinance machen wir uns heute schon Gedanken über die digitale Nachhaltigkeit - vor allem, weil wir eine soziale Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitenden haben. Deshalb ist es für uns wichtig, die Nachhaltigkeit auch im sozialen Bereich wahrzunehmen und das Spannungsfeld zwischen finanziellen Einsparungen und sozialer Verantwortung optimal zu gestalten.

Welche neuen soft-skills müssen wir entwickeln, um uns in einer hochtechnisierten globalen und digitalen Arbeitswelt zurechtzufinden?

Wir müssen vor allem die Führung neu ausrichten. Bei PostFinance haben wir deshalb eine neue Führungsausbildung lanciert. Denn in der Zukunft wird es nicht mehr ausreichen, sich an heute gängigen Führungsmodellen zu orientieren. Stattdessen wird es immer wichtiger, dass die Führungspersonen sich selbst und ihre Mitarbeitenden in der persönlichen und beruflichen Entwicklung fördern. Auch werden sie mit viel grösseren Herausforderungen konfrontiert sein als in der Vergangenheit. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, braucht es die Bereitschaft, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen, kritikfähig zu sein, die Perspektive des Gegenüber einzunehmen und sich einem dauernden Lernprozess zu stellen. Denn eines ist klar und das erachte ich auch als richtig: Aller digitalen Revolution zum Trotz liegt der Fokus auch in Zukunft auf dem Menschen.

Der Mensch als Arbeiter bleibt also erhalten.

Genau. Doch in vielen Bereichen braucht es einen Kompetenzenshift - auch damit sich die Mitarbeitenden an die neuen Aufgaben anpassen können. Denn neben einer hohen Qualifikation und einer hohen Zuverlässigkeit müssen sie in Zukunft eine hohe Flexibilität mitbringen. Dazu zählt lebenslanges Lernen genauso wie die flexible Wahl des Arbeitsplatzes.

Wie sieht der Arbeitsplatz der Zukunft aus?

Arbeit muss völlig neu definiert werden. Dank der technologischen Möglichkeiten können wir in Zukunft immer mehr Arbeit unabhängig von Ort und Zeit verrichten. Das birgt viele Potenziale, aber auch Risiken. Denn wenn wir immer und überall arbeiten können, müssen wir neue Normen entwickeln, anhand derer wir die Aufgaben so einrichten, dass sie örtlich und zeitlich den bestmöglichen Ertrag bringen - sowohl für den Mitarbeitenden als auch das Unternehmen. Auch müssen wir Kompetenzen erwerben, die uns einzuschätzen helfen, welche Arbeit wir wann und wo erledigen müssen.

Werden wir also alle im Home Office arbeiten?

Ganz bestimmt nicht. Denn die dauerhafte Arbeit im Home Office tut dem Wohlbefinden der Mitarbeitenden nicht gut; sie fühlen sich isoliert und vermissen den Austausch mit den Kollegen. Denn die menschliche Interaktion wird immer wichtig bleiben. Deshalb müssen wir das Büro neu interpretieren - als Begegnungszone, in der wir real miteinander in Kontakt treten, nicht nur virtuell, und Ideen austauschen. Wir haben dafür schon heute in jedem Stockwerk eine Zone eingerichtet, in der die Mitarbeitenden sich treffen und zusammenarbeiten können.

Im Interview

Valérie Schelker
Leiterin Arbeitswelt,
Human Ressources und Facility
Management bei PostFinance