Work-Life-Balance

Es tut sich was an der Familienfront

Von Lena Winther · 2019

Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat im April die neuesten Zahlen zur Erwerbstätigkeit veröffentlicht. Ein Ergebnis deutet auf eine kleine Kehrtwende bei Müttern hin.

Laut Arbeitskräfteerhebung 2018 gibt es Positives zu verkünden: In der Schweiz gibt es immer mehr Erwerbstätige. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das: 84,2 Prozent der Schweizer Wohnbevölkerung zwischen 15 und 64 Jahren hat einen Job. Im europäischen Vergleich nimmt die Schweiz damit den zweiten Platz hinter Island ein.

Mütter mit Kleinkindern holen auf

Ein Grund für den Anstieg der Erwerbstätigkeit sind vor allem Frauen, die am Arbeitsmarkt vermehrt teilnehmen – auch wenn die Schweizerinnen den Männern insgesamt noch hinterherhinken und öfters in Teilzeit arbeiten. Vor allem bei Müttern von Kindern unter vier Jahren ist ein deutlicher Trend zu beobachten: Bei ihnen hat die Erwerbsquote von 67,4 Prozent in 2010 auf 75,7 Prozent im vergangenen Jahr zugenommen. Wer nur über einen kurzen Zeitraum ausfällt, belastet bekanntermassen weniger stark die Soll-Seite seiner Berufserfahrungen und muss folglich auch mit weniger hohen Lohndifferenzen im Vergleich zu männlichen Kollegen rechnen. Ein Blick auf die Väter zeigt: Deren Erwerbsquote verringert sich zwar bei Familienzuwachs nicht, aber sie fahren immer häufiger der Familie zuliebe ihr Arbeitspensum runter. So stieg bei Vätern mit Kindern unter vier Jahren die Teilzeitquote in den letzten acht Jahren um 5,3 Prozentpunkte auf 14,1 Prozent.

Job an Bedürfnisse anpassen

Weitere Ergebnisse: 62,2 Prozent der erwerbstätigen Mütter und 14,9 Prozent der erwerbstätigen Väter mit Kindern unter 15 Jahren im Haushalt sagen, dass sie wegen den Kinderbetreuungsaufgaben ihr Arbeitsvolumen reduziert haben. Ein knappes Viertel der Väter und fast ein Drittel der Mütter haben ihre Arbeitszeiten geändert. Zudem ist es 57 Prozent der Mütter und 47 Prozent der Väter möglich, aus familiären Gründen ganze Tage frei zu nehmen, ohne Ferientage dafür opfern zu müssen. Machbar ist dies nur durch familienfreundliche Arbeitgeber, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützen, etwa durch flexible Arbeitszeiten und Kinderbetreuungsangebote.