Diversity & Inclusion

Den Anschluss nicht verlieren

Von Mark Krüger · 2019

Gutes Image, zufriedene Mitarbeitende, mehr Erfolg: Gelebte Vielfalt hat viele Vorteile und ist daher für viele Unternehmen ein wichtiges Thema. Doch vor allem bei der Gender Diversity gibt es Nachholbedarf.

Der neueste Glass-Ceiling-Index des «Economist» hat etwas zutage gebracht, womit sich die Schweiz nicht gerade brüsten kann: Die Rede ist von der Gleichstellung von Mann und Frau in der Wirtschaft und Wissenschaft. Im internationalen Vergleich – untersucht wurden verschiedene OECD-Länder – rangiert die Schweiz auf Platz 26 von 29. Die Gründe für diesen Rückstand sind vielfältig. Einen nennt die Studie «2018 Global Board Diversity Tracker» des Zürcher Beratungsunternehmens Egon Zehnder: Es gibt zu wenige Frauen in den Chefetagen. In Zahlen bedeutet das: Während in Westeuropa der Anteil von Frauen in den Aufsichtsgremien von Firmen von 2004 bis 2018 um 21 Prozent gewachsen ist, erhöhte sich der Anteil in den Schweizer Verwaltungsräten nur um 13,3 Prozent. Aktuell sind hierzulande lediglich 2,7 Prozent der CEOs weiblich. Der Anteil von Finanzchefinnen betrug in 2018 gerade einmal 5,7 Prozent gegenüber 11,2 Prozent im nahen Ausland.

Massnahmen umsetzen

Diversity ist natürlich mehr als die geschlechtsspezifische Vielfalt auf Führungsebenen – oder auch Lohngleichheit. Es geht auch um unterschiedliche Sichtweisen, kulturelle Hintergründe und Erfahrungen. Studien belegen, dass durchmischte Gruppen innovativer, flexibler und anpassungsfähiger sind sowie bessere Entscheide als homogene Gruppen fällen. Verwunderlich, dass viele Unternehmen dieses Potenzial noch nicht oder nicht vollumfänglich ausschöpfen. So halten zwar im Schnitt 87 Prozent der Unternehmen Grundsätze zum Diversity Management fest, konkrete Massnahmen umsetzen tut hingegen nur die Hälfte. Das hat der «Diversity Index 2018» der Hochschule Luzern ermittelt. Positiv sei zu werten, dass in dem Bereich Gesundheit und Behinderung die Mehrheit der befragten Unternehmen vielfältig aufgestellt ist und präventive oder unterstützende Programme zum Gesundheitsmanagement anbietet. Und: Knapp die Hälfte der Unternehmen beschäftigt sich mit einer vielfältigen Belegschaft in Bezug auf Nationalitäten und Religionen. Schritte in die richtige Richtung.