Baupersonal

Baustelle Zukunft

Von Nadine Effert · 2015

Die Baubranche kämpft um Nachwuchs und um langfristige Bindung von Mitarbeitern.

Gebaut wird immer – auch in der Schweiz. Dafür bedarf es eines qualifizierten Fach- und Führungspersonals, das nicht immer leicht zu finden ist.

Zugegeben: Die meisten Jobs in der Baubranche bedeuten trotz technischen Fortschritts immer noch schwere körperliche Arbeit bei jeder Witterung, Schmutz und Lärm. Kein Wunder, dass das Image der Branche besser sein könnte. Was viele dann doch auf die Baustellen des Landes lockt, sind die attraktiven Saläre: Laut SBV-Lohnerhebung 2015 werden monatlich durchschnittlich 6'000 Franken auf dem Bau verdient. Weitere Pluspunkte: Es gibt 13 Monatslöhne und dank grosszügiger, weitgehend von den Baufirmen finanzierter Frühpensionierungsregelung darf man sich mit 60 Jahren bereits auf den Ruhestand freuen.

Fachkräftemangel angehen

Das scheint junge Schweizer nicht hinter dem Ofen hervorzulocken. Und mehr noch: Es heisst, dass Lernende im Bauhauptgewerbe häufig vor dem Abschluss der Ausbildung das Handtuch werfen. Der Schweizerische Baumeisterverband sieht einen Grund in den ungenügenden Ausbildungsbedingungen und hat daher jüngst eine Studie in Auftrag gegeben, um dem Problem der hohen Abbruchquote zu begegnen. Die Erkenntnisse sollen dazu beitragen, in speziell konzipierten Kursen den Ausbildern in den Betrieben vor allem den richtigen Umgang mit den Lernenden beizubringen. Das Pilotprojekt startet in diesem Monat und soll ab Sommer 2016 flächendeckend angeboten werden. Nicht nur mit der Nachwuchsgenerierung, sondern auch mit der Frage, wie ausgebildete Fachkräfte gewonnen und an den Betrieb gebunden werden können, muss sich die Baubranche auseinandersetzen. Betriebe tun gut daran, eine Arbeitgebermarke zu entwickeln und diese nach aussen zu kommunizieren - zum Beispiel über Social-Media-Plattformen, um auch junge Menschen zu erreichen.