Blended Learning

Selbstdisziplin vorausgesetzt

Von Tobias Lemser · 2018

Virtuelle Lern-Settings gehören zum Konzept des Blended Learning.

Immer mehr Bildungseinrichtungen, aber auch grosse Unternehmen setzen auf digitales Lernen. Sogenanntes Blended Learning verknüpft Offline- und Online-Angebote.

Überfüllte Sitzreihen, mangelhafte Akustik, schlechte Luft: Erinnerungen, die viele Akademiker an so manche Uni-Vorlesung früherer Jahrzehnte haben. Hätte es keine Anwesenheitspflicht gegeben, wären wohl die meisten Studierenden zum Lernen lieber am eigenen Schreibtisch geblieben.
Was damals noch eine Traumvorstellung war, wird heute an immer mehr Universitäten und Fachhochschulen Realität. Stichwort: Blended Learning, eine Mischung aus Präsenzunterricht,
in dem sich alle Kursteilnehmer zum gemeinschaftlichen Lernen zusammenfinden, und Online-Kursen. Das Besondere an dieser Art Fernstudium: Die Teilnehmenden erarbeiten sich die Lerninhalte mittels verschiedener Medien und Technologien selbst, ob per E-Mails, Chat, Videokonferenz oder Learning-Management-System, das Lerninhalte und die Organisation von Lernvorgängen bereitstellt.

Benefit für alle Beteiligten

Pluspunkte von Blended Learning: Teilnehmer lernen nicht nur, sich in den Online-Phasen selbst zu motivieren. Auch besteht in den Präsenzveranstaltungen die Möglichkeit, die anderen Lernenden kennenzulernen und somit ein Netzwerk untereinander aufzubauen. Doch auch die Lehrenden selbst profitieren von diesem hybriden Lernsystem: Denn haben sich die Teilnehmer bereits in der Online-Phase Gedanken zu bestimmten Themen gemacht und sind die Inhalte des
E-Learning-Anteils gut aufgearbeitet, können bessere Lernerlebnisse in der Präsenzphase erzielt werden. Ganz abgesehen vom Kursanbieter selbst: Er kann vor allem Kosten sparen, da nicht über die gesamte Kursdauer hinweg Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt werden müssen.
Doch nicht nur an Unis und Fachhochschulen kommt Blended Learning immer besser an:
Auch in grossen Unternehmen eignet es sich, um eine standortübergreifende Weiterbildung für eine bestimmte Abteilung anzubieten. So können sich Mitarbeitende zum einen selbst Inhalte erarbeiten, zum anderen gibt es die Option, sich mit der gleichen Abteilung eines anderen Unternehmensstandorts bei einer Präsenzveranstaltung auszutauschen.