Lebenslanges Lernen

Schweizer sind wissenshungrig

Von Kevin Tschierse · 2018

Jede Weiterbildung erweitert den Horizont und fördert soziale Kompetenzen.

Die Eidgenossen bilden sich gerne weiter. Und das ist auch gut so, denn in der sich ständig wandelnden Arbeitswelt wird das lebenslange Lernen immer wichtiger.

Die Schweizer sind bildungshungrig: Etwa die Hälfte der 25- bis 64-jährigen Eidgenossen nimmt regelmässig an Weiterbildungsmassnahmen teil. Zählt man das selbstständige Lernen mittels Fachliteratur oder Lernsoftware dazu, bilden sich sogar 80 Prozent der Schweizer weiter.
Zum Vergleich: In der EU nimmt durchschnittlich nur ein Drittel der Bürger an Weiterbildungen teil. Der Wissenshunger der Schweizer zahlt sich auch für die Unternehmen immer mehr aus.
Denn die Digitalisierung krempelt die Arbeitswelt um – Unternehmen und Mitarbeitende müssen sich auf eine immer flexiblere Arbeitsumgebung einstellen. Der Arbeitsplatz der Zukunft verändert sich stetig und ist mit immer wieder neuem Lernen verbunden.
«Der technische Fortschritt steigert die Nachfrage nach Höherqualifizierten. Weiterbildung ist heute wichtiger als vor 30 Jahren, und die Entwicklung hat sich in den vergangenen Jahren noch beschleunigt», erklärt George Sheldon, Professor für Arbeitsmarkt- und Industrieökonomie an der Universität Basel. Laut Sheldon haben das auch die Unternehmen erkannt:
«Die Schweiz ist bekannt dafür, dass die Ausgaben für die betriebliche Weiterbildung relativ hoch sind.»

Lebenslanges Lernen schafft Zufriedenheit

Doch egal, ob unternehmens- oder privatfinanziert – Weiterbildungen schaffen entscheidende berufliche Vorteile. Mitarbeitende schliessen Wissenslücken, bleiben fit für die sich wandelnden Herausforderungen der Arbeitswelt und machen sich auf dem Arbeitsmarkt attraktiver.
Zudem erweitert jede Weiterbildung den Horizont und fördert die sozialen Kompetenzen.
Wichtig ist zudem auch der soziale Aspekt: Bei jeder Weiterbildung treffen die Lernenden Gleichgesinnte, mit denen sie sich über den Beruf und ihre Erfahrungen austauschen.
So entsteht ein Netzwerk, das oft auch über die Weiterbildung hinaus bestehen bleibt –
die Weiterbildung schafft nicht nur Vorteile für den anstehenden Karrieresprung, sondern auch Zufriedenheit.