Berufseinstieg

Neue Erkenntnisse über die Generation Y

Von Tobias Lemser · 2016

Schweizer Berufseinsteiger wollen schnell eigenverantwortlich arbeiten.

Das Image von Millennials könnte besser sein. Gelten sie doch als bequem und wenig karriereorientiert. Doch ist dem wirklich so? Eine Studie offenbart so einige Überraschungen.

Sie kommen frisch von der Universität mit abgeschlossenem Studium in der Tasche oder haben gerade eine Berufslehre absolviert. Doch wie geht es dann für die Generation Y, also jene junge Menschen, die zwischen 1980 und 1998 geboren sind, weiter?
Ideal ist natürlich der direkte Einstieg ins Berufsleben. Und dieser ist zumeist gar nicht so schwer, denn gut ausgebildete Millennials sind gerade angesichts des Fachkräftemangels in Unternehmen äusserst willkommen. Immer häufiger sind es nicht mehr nur die Bewerber, die etwas bieten müssen, sondern die Unternehmen selbst, um die Sprösslinge nicht gleich wieder an die Konkurrenz zu verlieren.
Doch worauf müssen sich Firmen einstellen? Ist die jüngste Generation wirklich wenig karriereorientiert und scheut harte Arbeit? Wie Millennials wirklich ticken, hat eine im Jahr 2015 veröffentlichte Studie der Insead Business School, der Employer Branding Firma Universum und des Thinktanks «The Head Foundation» untersucht.

Viele Vorurteile widerlegt

In der in 43 Ländern unter 16'600 jungen Menschen durchgeführten Studie wurden zum ersten Mal regionale Unterschiede unter die Lupe genommen, also die Ergebnisse für die Schweiz mit denen anderer Länder verglichen. Verblüffendes kam dabei heraus: Die Annahme, Berufseinsteiger gingen schwerer Arbeit aus dem Weg, widerlegt die Studie und zeigt auf, dass sie Überstunden und ein hohes Mass an Stress akzeptieren. Allerdings fordern sie dafür, schneller auf der Karriereleiter empor zu klettern als vorherige Generationen. Dagegen korrekt ist die Annahme, dass Millennials ihre persönliche Weiterentwicklung gegenüber finanziellen Anreizen vorziehen.
Zwar stimmen Schweizer Berufseinsteiger vielfach mit ihren Gleichaltrigen weltweit überein, dennoch gibt es klare Unterschiede. So hat die Übertragung von Eigenverantwortung eine grössere Bedeutung als finanzielle Anreize. Zudem wird nicht nur Teilzeitarbeit höher als im internationalen Vergleich gewertet, auch sind der Generation Y flexible Arbeitszeiten wichtig, genauso wie die Möglichkeit, Überstunden zu kompensieren.