Weiterbildung

Im Rennen bleiben ist wichtig

Von Wiebke Toebelmann · 2017

Mitarbeitende sind das Kapital jedes Unternehmens. Daher sollte das Personal stets die Möglichkeit zu karrierefördernden Qualifizierungen bekommen. Die Praxis hinkt da der Theorie noch hinterher.

Welche Firma bleibt konkurrenzfähig? Sicherlich die mit dem besten Produkt oder der hochwertigsten Dienstleistung. Diese Antwort stimmt nur zum Teil. Denn dahinter stecken immer Angestellte, die auf den verschiedensten Gebieten Expertise besitzen. Umso wichtiger, die Mitarbeitenden mit Fort- und Weiterbildungsangeboten zu versorgen.
Ein Nebeneffekt: Wer sich wertgeschätzt und gefördert fühlt, identifiziert sich mehr mit dem Betrieb und ist bereit, sich einzusetzen. Nicht zu vergessen der Wissenstransfer innerhalb der Belegschaft: Wer Know-how erwirbt, gibt das Erlernte meist auch weiter an die Kollegen.

Sowohl Quantität als auch Qualität

Was die Weiterbildungsmöglichkeiten betrifft, ist die Schweiz gut aufgestellt – gerade beim heissesten Weiterbildungstrend Digitalisierung. Diese durchzieht heute nun mal alle Prozesse,
von der Buchhaltung bis zur Produktion. Besonders die Hochschulen sind aktiv, sei es mit Zertifikatslehrgängen in Industrie 4.0 oder einem Executive MBA in Digitaler Transformation.
Die aktuelle Bildungsstudie des Schweizerischen Verbands für Weiterbildung (SVEB) bringt ein wenig Transparenz in den Anbieterdschungel. Dienstleister aus allen Regionen unterzogen sich Fragen zu ihren Qualitätskriterien. Das Ergebnis: 81 Prozent der Befragten verfügen über mindestens ein Qualitätssiegel, wie beispielsweise das Schweizer eduQua-Label, ein ISO-Zertifikat oder andere branchenspezifische oder internationale Zertifikate. Solche Labels bieten eine gute Orientierungshilfe bei der Wahl des passenden Lehrgangs.

Förderung einfordern

Berufsbegleitende Angebote existieren also zuhauf. Doch eine Umfrage eines grossen Personaldienstleisters stimmt nachdenklich. Darin gaben nur 63 Prozent der befragten Schweizer Arbeitnehmer an, im Job ihr volles Potenzial ausschöpfen zu können. 76 Prozent wünschen sich mehr Weiterbildungen – und 77 Prozent sind sogar bereit, diese aus eigener Tasche zu bezahlen. Wer den Wunsch nach berufsbegleitender Qualifizierung verspürt, sollte dies der Führungsetage kommunizieren. Auch ist dieser Punkt bei jeder neuen Be­werbung und im Vorstellungsgespräch im Vorfeld vereinbar. Ent­wick­lungs­möglichkeiten durch Weiterbildung sind zwar Chefsache – doch jeder ist natürlich auch für seine eigene «Employability» verantwortlich.