Work-Life-Balance

Einfach Vorbild werden

Von Jens Bartels · 2017

In der Schweiz muss sich in puncto familienfreundliche Bedingungen im Berufsleben noch einiges tun.

Erfolg im Beruf und ein ausgefülltes Familienleben lassen sich miteinander vereinbaren. Eine Voraussetzung dafür sind familienfreundlich denkende Unternehmen.

Gerade nach der Gründung einer Familie stehen oft genug Mütter vor vielfältigen Aufgaben: Kindererziehung, Haushaltsarbeit und der Beruf müssen unter einen Hut gebracht werden. Wie lässt sich trotz dieser Herausforderungen eine ausgewogene Work-Life-Balance finden? Im Ideal­fall erarbeiten Frauen bereits vor der Geburt dazu gemeinsame Lösungen mit dem werdenden Vater. Auch Unternehmen spielen in Bezug auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine wichtige Rolle. Zwar bieten im Vergleich zu den Nachbarländern in der Schweiz noch viel zu wenige Unternehmen familienfreundliche Lösungen an. Aber eine zunehmende Zahl von Betrieben beginnt zu realisieren, dass der Wunsch nach dieser Vereinbarkeit ein zentrales Anliegen der Mitarbeiter ist. Unterschiedliche Angebote sind möglich.

Individuelle Modelle finden

Zu den praktikablen Lösungen zählen familienfreundliche Arbeitszeitmodelle. So erhöht die Arbeit in Teilzeit die Chance, Familie und Beruf besser zu verbinden. Hilfreich ist auch, wenn Eltern Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit frei wählen können oder die Möglichkeit bekommen, teilweise zu Hause zu arbeiten. Geeignete Varianten lassen sich im Rahmen einer familienfreundlichen Personalpolitik entsprechend den individuellen Bedürfnissen gemeinsam mit den Verantwortlichen für Human Resources (HR) entwickeln. Wer sich bereits im Vorfeld Informationen über familienunterstützende Angebote des Unternehmens besorgt, ist dabei sicher im Vorteil. Wichtig: Solche Angebote müssen auch für Männer gelten. Denn Familienarbeit ist in einer modernen Gesellschaft nicht nur Frauenarbeit.

Es gibt noch weitere Alternativen, wie Unternehmen Eltern bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützen können. Eine grosse Hilfe stellen betriebsinterne Kindertagesstätten mit langen Öffnungszeiten dar. Denn viele Mitarbeiter können in Zeiten einer zunehmenden beruflichen Mobilität über Grenzen hinweg nicht mehr auf die Unterstützung von Oma und Opa zurückgreifen. Auf Unternehmensseite lassen sich mit Investitionen in die Familienfreundlichkeit übrigens bis zu 25 Prozent Rendite erzielen. Effekte ergeben sich laut einer Studie der Roland Berger GmbH unter anderem durch die Reduktion von Fehlzeiten, eine höhere Mitarbeitermotivation und die schnellere Rückkehr in den Beruf nach einer familienbedingten Auszeit.