Bildung im digitalen Zeitalter

Den Anschluss nicht verpassen

Von Nadine Effert · 2017

Die Berufsbildung muss sich der digitalen Arbeitswelt anpassen.

Die Schweiz ist eines der führenden Länder in der Entwicklung und Anwendung digitaler Technologien. Um diese Spitzenposition zu halten, müssen auch digitale Kompetenzen in der Bildung gefördert werden.

Ist die Schweiz in der Lage, den digitalen Wandel zu meistern?
Die weitläufige Meinung lautet: ja. Allerdings muss die Schweiz jetzt die Weichen für später stellen und bestimmte Themen priorisiert diskutieren. Darauf weist auch der Wirtschaftsverband Economiesuisse in seiner im August 2017 veröffentlichten Studie «Zukunft digitale Schweiz. Wirtschaft und Gesellschaft weiterdenken» hin. Relevante Themen seien unter anderem eine stärkere Vernetzung von Wirtschaft und Forschung, die Weiterentwicklung der verfügbaren Informations- und Kommunikationsstrukturen sowie der Aufbau digitaler Kompetenzen.
Was es für letzteres braucht? Laut den Experten müsse das Bildungssystem so aufgebaut sein,
dass es sich noch schneller an neue Begebenheiten anpassen kann und die Agilität, Flexibilität und Freude am Lernen fördert. Jeder Schüler müsse über Grundkenntnisse in Programmieren und Computational Thinking verfügen und die Förderung von MINT-Abschlüssen sollte vorangetrieben werden.

Mehr Geld für digitale Bildung

MINT-Abschlüsse fördern und die Berufsbildung flexibilisieren – diese Massnahmen hält auch die Politik für wichtig. Zudem soll es in der Weiterbildung darum gehen, dass die Beschäftigten den digitalen Anforderungen der Arbeitswelt gewachsen sind. All dies sind Ziele des neuen «Aktionsplan Digitalisierung im BFI-Bereich in den Jahren 2019 und 2020»,
die mit der Bereitstellung zusätzlicher Mittel erreicht werden sollen. Basis des Aktionsplans ist der Bericht «Herausforderungen der Digitalisierung für Bildung und Forschung in der Schweiz».
Aus ihm geht hervor, dass auf die gestiegene Bedeutung der Digitalisierung bereits reagiert wurde und die Schweiz grundsätzlich gut aufgestellt ist.
Trotzdem gibt es aufgrund der Digitalisierung weiterhin grosse Herausforderungen zu meistern. Genauer gesagt geht es um die Anpassung des Systems inklusive des Wissens- und Technologietransfers an die gestiegene Geschwindigkeit und Breite der Durchdringung neuer Technologien. In welcher Höhe Gelder für die digitale Bildungsoffensive bereitgestellt werden,
ist noch offen. Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann hatte im Sommer 200 Millionen Franken gefordert, bislang kam kein grünes Licht vom Bundesrat.
Bildungsexperten warnen derweil: An der Bildung darf nicht gespart werden – vor allem nicht im digitalen Zeitalter.